4./5.Mai — Juferhorn-Krete und Pizzo Stella   — das Saison-Finale

Manch­mal braucht es das not­wen­di­ge Glück einer Vor­ver­le­gung einer Tour, aus ver­schie­de­nen Grün­den der Teil­neh­mer ver­leg­ten wir die Tou­ren auf Mittwoch/Donnerstag /Auffahrt, was sich von den Wetter-+Schneeverhältnissen als gold­rich­tig erwies.

Mit einem Klein­bus und ins­ge­samt 5 Teil­neh­mer mit Velo und kom­ple­ter Ski­tou­ren­aus­rüs­tung fuh­ren wir Rich­tung Aver­s­tal. Da wir zeit­lich früh genug waren, gab es in der Rast­stät­te Thu­sis-Via­ma­la noch einen Kaffee+Gipfel-Halt mit kur­zer Bera­tung was für eine Tour wohl heu­te zu machen wäre.

So fuh­ren wir das Avers hoch und schwenk­ten bei Cröt Rich­tung Val Madris bis zum Stett­li; das Ende der öffent­li­chen Stras­se, und begut­ach­te­ten die Hän­ge. Schnell war klar, dass in die­sem Tal ohne grös­se­ren Auf­stieg im Grü­nen nichts zu machen war. Schnell ent­schlos­sen fuh­ren wir nach Juf, immer noch das höchs­te bewohn­te Berg­dorf Euro­pas. Hier konn­ten wir ab Dorf-Park­platz mit den Fel­len gleich los­zie­hen. Wir stie­gen  gegen das Wen­g­ahorn, bald merk­ten wir aber, dass die Schnee­ver­hält­nis­se so super sind, dass wir die Rich­tung änder­ten und gegen das Juf­er­horn ober­halb eines Cou­loirs wei­ter­gin­gen und schluss­end­lich rechts des Juf­er­hor­nes auf einer Kre­te stan­den. Bei etwas Wind und Son­ne rüs­te­ten wir uns für die Abfahrt um.  Tol­ler Pul­ver­schnee liess uns die Kur­ven auf einer noch har­ten Unter­la­ge zie­hen, das besag­te Cou­loir fuh­ren wir gleich bis auf den Tal­bo­den her­un­ter, auch dies bei bes­ten Ver­hält­nis­sen. So hat­ten wir eine wun­der­ba­re Ein­lauf­tour mit uner­war­te­tem Pul­ver­schnee und einer spe­zi­el­len Abfahrt als ech­ten Geheim­tip.

Da Tal­ab­wärts alle Bei­zen geschlos­sen, oder die die ein Schild mit Offen vor der Tür hat­ten und trotz­dem nicht bewir­te­ten, fuh­ren wir gleich hoch ins Val di Lei. Spe­zi­ell ist die­se Zufahrt in Bezug, dass erst ab 1.Mai die Tun­nel­durch­fahrt zur Stau­mau­er offen ist. Mit tele­fo­ni­scher Spe­zi­al­be­wil­li­gung des Wir­tes fuh­ren wir über die Stau­mau­er zur Alpe del Crot zum Refu­gio Bai­ta del Caprio­la. Hier war unse­re Unter­kunft, viel posi­ti­ves vor­her schon gehört oder gele­sen, so lies­sen wir uns im wahrs­ten Sin­ne den gan­zen Abend ver­wöh­nen. Den Ape­ro mit  Anti­pas­ti und  Spu­man­te aus dem Fri­aul, mit dem Capo Valen­ti­no vor dem Kamin, wo wir zusam­men über den Stau­damm­bau und sein 25-jäh­ri­ges Hüt­ten-Neu­bau­pro­jekt phi­lo­so­phier­ten. Wir plan­ten schon unse­re viel­sei­ti­gen Exper­ten in Archi­tek­tur-Maler­ar­beit-Küchen­bau ein­set­zen zu kön­nen, aber das Pro­jekt darbt immer noch im Bewil­li­gungs­dschun­gel. Ohne etwas „Dunk­les Geld „ in Taschen von Behör­den wird das auch noch nicht so schnell umge­setzt.

Nun war es Zeit, dass Valen­ti­no sich in die Küche zurück­zog und sich aufs Kochen kon­zen­trie­ren konn­te. Ver­mut­lich durch unse­ren aus­gie­bi­gen Ape­ro oder die Gewohn­heit spät zu Essen, ver­zö­ger­te sich das Nacht­es­sen gegen 21.00 Uhr. Was dann aber auf den Tisch gestellt wur­de war Klas­se; ein 5‑Gang-Menu von feins­ten Spe­zia­li­tä­ten aus dem Val­le Val­te­l­i­na.

Mit vol­lem Magen lies­sen wir uns in die Bet­ter fal­len, dank dem Wet­ter und der Mor­gen­fri­sche war kei­ne aus­ser­or­dent­lich frü­he Tag­wa­che ange­sagt. Abfahrt mit dem Bike war auf 7.30 Uhr geplant. Die Bike rüs­ten und packen von Ski, Schu­hen und Ruck­sack, da hat­te jeder so sei­ne eige­nen Vor­zü­ge. Mit den Velos und der Voll­pa­ckung bik­ten wir gut 10 km dem Stau­see ent­lang. Mit 2 oder 3 x abstei­gen und kur­zen Pas­sa­gen von gefro­re­nen Schnee­rut­schen über­que­rend, waren die ein­zi­gen Hin­der­nis­se auf der Stre­cke, so dass wir nach ca 50 Min die Alpe Pian del Nido erreich­ten. Hier rüs­te­ten wir um auf die Ski und zogen im Blick­feld des Gip­fels gegen den Stel­la. Ein wun­der­schö­ner Auf­stieg und eine top ange­leg­te Spur erleich­ter­ten den Auf­stieg merk­lich, so dass unse­re Steig­ei­sen im Ruck­sack blie­ben. Nach 4 Stun­den Velo­fahrt und Auf­stieg erreich­ten wir den Gip­fel und genos­sen die Aus­sicht über den 1200 m tie­fer lie­gen­den Stau­see des Val di Lei. In Rich­tung Enga­din und ins Tief­land nach Chia­ven­na schweif­ten unse­re Bli­cke auch,  bevor uns der star­ke Wind nicht mehr ruhen liess.  Gleich fuh­ren wir den gegen 40° stei­len Vedret­to del­la Stel­la bei wie­der­um bes­tem Pul­ver in eige­ner Spur run­ter und mach­ten im fla­che­ren Teil Mit­tags­rast. Anschlies­send konn­ten wir die letz­ten Meter Abfahrt  bei har­ter Unter­la­ge und leich­tem Sulz noch­mals voll genies­sen.

Wie­der hiess es umrüs­ten, mit den Bike‘s fuh­ren wir bei merk­lich wär­me­ren Tem­pe­ra­tu­ren dem See ent­lang zurück. Auf­ge­weich­ter Boden und pfei­fen­de Mur­mel­tie­re am Stras­sen­rand erleich­ter­ten die Rück­fahrt  nicht mehr als die Hin­fahrt.

Ein Tol­les Ski-Bike-Tou­ren-Wee­kend begeis­ter­te alle Teil­neh­mer, wir bedan­ken uns bei Tou­ren­lei­ter HR Wirth für die Orga­ni­sa­ti­on  vom  Gran Fina­le und es lässt uns bereits vom Sai­son-Abschluss 2017 träu­men!

 

Bericht GAE