Klet­ter­la­ger Wiwan­ni

 

Sonn­tag, 12. Juli 2015 (Livia, Mar­ti­na, Roma­na, Kath­rin)

Auf­ste­hen muss­ten wir mit­ten in der Nacht
das hat uns kei­ne Freu­de gemacht

Richi und Bru­no wur­den im Auto getauft
und unter­wegs ein heis­ser Kaf­fee gekauft

Beim Par­kie­ren kehr­ten wir auf dem Heli­steg
und mach­ten uns auf den lan­gen Weg

Es war heiss
drum war’s auch ein sch…öner Weg
denn zum Hoch­lau­fen
hat­ten wir zu wenig zu Sau­fen

Die Aus­sicht von der Hüt­te ist famos
und die Ber­ge sind gross

Die Ber­ge sind ganz weiss
so wie die Sup­pe so heiss

Nur die Har­ten
kom­men in den Klet­ter­gar­ten

Wir ver­brach­ten dort den Nach­mit­tag
und übten die Tech­nik bis es Znacht gab

Beim fei­nen Znacht
haben wir viel gelacht

Am Abend gin­gen wir früh ins Bett
und mach­ten die ver­lo­re­nen Stun­den Schlaf wett

 

Mon­tag, 13. Juli 2015 (Lee­na, Lynn, Sophia)

Alle wur­den geweckt. Obwohl eini­ge dach­ten, sie sei­en nicht aus­ge­schla­fen, assen sie das Früh­stück mit vol­lem Genuss. Wir beka­men vom Hüt­ten­team einen lecke­ren Snack für die Mit­tags­pau­se. Dann ging es an den rau­en Wiwan­ni-Gra­nit. Wir meis­ter­ten die gut abge­si­cher­ten Rou­ten wie Stein­bö­cke. Wäh­rend der Pau­se konn­ten wir Stein­bö­cke und Mur­mel­tie­re beob­ach­ten. Wir Jün­ge­ren (schö­ne­ren) ver­gnüg­ten uns im Klet­ter­gar­ten wäh­rend die Älte­ren (…) Mehr­seil­län­gen­rou­ten am Sche­pfip­fi­ler klet­ter­ten. Nach dem Nacht­es­sen ärger­ten wir eine Grup­pe (doo­fe) Zür­cher. Vor der Nacht­ru­he war­te­ten wir gespannt auf die Beleuch­tung des Wiwan­ni­horns. Dies zum 200-Jahr-Jubi­lä­um des Kan­ton Wal­lis.

 

Diens­tag, 14. Juli 2015 (Lisa, Kath­rin, Urs, Livia)

Heu­te Mor­gen erwach­ten wir, als uns die Son­ne ins Gesicht schien. Nach dem Zmor­gen durf­ten wir den Lunch für den Mit­tag ein­pa­cken. Nicht alle freu­ten sich über Sala­mi und Käse. Wir pack­ten unse­re Sachen und mach­ten uns auf den Weg zum Ein­stieg. Wir klet­ter­ten vie­le Seil­län­gen und waren am Schluss total kaputt, doch wir hat­ten sehr viel Spass. Nach dem Klet­tern gin­gen die einen zu einem wun­der­schö­nen Berg­see und spiel­ten dort “Pira­tes of Wiwan­ni”. Wie­der in der Hüt­te ange­kom­men, assen wir Znacht, der aus Toma­ten­sup­pe, Misch­sa­lat, Polen­ta mit Fleisch­vö­gel und lecke­rem Frucht­sa­lat bestand. Nach dem Essen such­ten wir neue und pas­sen­de Rou­ten für den dar­auf­fol­gen­den Tag.

 

Mitt­woch, 15. Juli 2015 (Patrik, Reto)

Heu­te Mitt­woch ging es erst rich­tig los. 3 Seil­schaf­ten stie­gen über die Süd­grä­te auf’s Wiwan­ni­horn. Die einen tanz­ten über ver­bor­ge­ne Tan­ze, die ande­ren flo­gen wie ein Stein­ad­ler. Am Vor­gip­fel ange­kom­men, erwar­te­te uns ein spek­ta­ku­lä­rer, abschüs­si­ger, expo­nier­ter Grat. Auf bei­den Sei­ten ging es steil run­ter, beson­ders in nord­öst­li­cher Rich­tung. Auf dem Gip­fel tra­fen wir die ande­ren Seil­schaf­ten, wel­che über die Süd­west­wand hoch­klet­ter­ten. Bei einem fei­nen Lunch genos­sen wir das impo­san­te Pan­ora­ma vom Bietsch­horn über Mischa­bel­grup­pe bis zum Mont Blanc. Über die Süd­west­wand kra­xel­ten wir wie­der zum Wand­fuss. Das gan­ze Lager ver­sam­mel­te sich schluss­end­lich um ein klei­nes a****kaltes See­lein. Jedoch wag­ten die meis­ten den Sprung ins kal­te Nass. Zurück in der Hüt­te, ruh­ten sich die einen ein wenig aus, die ande­ren for­der­ten sich in einem Coif­feur her­aus. Nach einem fei­nen Znacht gin­gen alle müde ins Bett.

 

Don­ners­tag, 16. Juli 2015 (Andre­as)

Heu­te hat­te ich das Ver­gnü­gen, mit mei­ner Toch­ter zu klet­tern. Wir hat­ten uns den Wiwan­ni-Klas­si­ker dafür aus­ge­sucht. “Stein­ad­ler” heisst die Rou­te und hat mit 15 Seil­län­gen, aus­ge­setz­ter und viel­sei­ti­ger Klet­te­rei, sowie einem reiz­vol­len Grat mit Tief­blick das Prä­di­kat “Klas­si­ker” auf jeden Fall ver­dient. Das Wet­ter am Mor­gen war aller­feins­te Sah­ne und so zogen wir nur mit T‑Shirt beklei­det los. Am Ein­stieg ange­kom­men, konn­ten Mile­na und ich noch Reto und Patrik anfeu­ern, die schon in der 2. Seil­län­ge von den “ver­bor­ge­nen Tän­zen” klet­ter­ten bzw. tanz­ten. Ein kur­zer Snack und ein Schluck Hüt­ten­tee und dann mach­ten auch wir uns auf den Weg, den Stein­ad­ler zu suchen. Die gute Absi­che­rung und der kom­pak­te Fels lies­sen uns rasch vor­wärts kom­men. Über Plat­ten, Ver­schnei­dun­gen, Ris­se, Quer­gän­ge sowie Auf­schwün­ge führ­te uns die Rou­te in der Wand bis auf eine Schul­ter, wo dann die­ser reiz­vol­le Grat mit Klet­ter­stel­len bis 3c auf uns war­te­te. Nach ca. einer Stun­de erreich­ten wir das 3001 m hohe Wiwan­ni­horn. Mile­na war froh, die­sen bl*** Grat hin­ter sich zu haben. Mit einem Schluck Wiwan­ni­geist von Mari­an­ne wur­den die müden Bei­ne, Arme und Kopf wie­der­be­lebt, um den Abstieg in Angriff zu neh­men. Der Abstieg ver­lief klet­ter­stei­g­ähn­lich durch die Süd­wand des Wiwan­ni­horns und war ohne Pro­ble­me in ca. 1. Stun­de bewäl­tigt. Eigent­lich woll­ten wir nach die­ser Tour wie ges­tern den Schnee-Bade­see auf­su­chen, aber weil eini­ge Schlei­er­wol­ken die Tem­pe­ra­tu­ren etwas drück­ten, waren unse­re Bade­ni­xen und Klet­terkum­pel nicht dort und so mach­ten wir uns auch auf den Heim­weg zur Hüt­te, wo wir ger­ne etwas Küh­les tran­ken. Lang­sam aber sicher mach­te sich auch der Hun­ger bemerk­bar, mit knur­ren­dem Magen erwar­te­ten wir den wie immer fei­nen Znacht. Etwas müde, aber stolz auf die gelun­ge­ne Tour, stie­gen wir in die Bet­ten und träum­ten noch etwas vom Stein­ad­ler, den wir an die­sem Tag nicht gese­hen hat­ten.

 

Frei­tag, 17. Juli 2015 (Mile­na)

Heu­te Mor­gen ging es früh los. Bei schweiss­trei­ben­der Hit­ze stie­gen wir zu unse­ren Rou­ten auf. Eini­ge Muti­ge flo­gen via Rou­te Stein­ad­ler auf das Wiwan­ni­horn. Eine ande­re Grup­pe ver­such­te sich an den vie­len ande­ren Wegen auf das Wiwan­ni­horn. Ein Stein­bock ober­halb war nicht sehr erfreut über unse­re Gesell­schaft und emp­fing unse­re Grup­pe mit einem hef­ti­gen Stein­schlag. Man konn­te den Lärm im gan­zen Tal hören. Nach die­sem Schreck gönn­te sich unse­re Trup­pe auf dem Wiwan­ni­horn einen zünf­ti­gen Schluck “Gip­fel­schnaps­je”. Wie­der eine ande­re Grup­pe erklamm das gros­se Augst­krum­men­horn. Nach die­sen anstren­gen­den Klet­te­r­ein ver­gnüg­ten wir uns anschlies­send im a****kalten Berg­see, bis es anfing zu tröp­feln. Ruck-zuck-zack-zack waren wir auf­bruch­be­reit, im Null­ko­ma­nichts rann­ten wir zurück in die Hüt­te, wo wir noch eini­ger­mas­sen tro­cken anka­men. Doch dann stell­ten wir fest, dass noch zwei Seil­schaf­ten fehl­ten. Plötz­lich begann es zu don­nern, zum blit­zen und auch vor hef­ti­gem zib­ölälä blie­ben wir nicht ver­schont. Zum Glück kamen unse­re ver­schol­le­nen Grup­pen dann aber doch noch heil, wenn auch etwas durch­nässt, in der Hüt­te an. Wir freu­ten uns jetzt auf unse­ren letz­ten gemein­sa­men Abend in der schö­nen Wiwan­ni­hüt­te.

 

Sams­tag, 18. Juli 2015 (Andre­as)

Am Sams­tag nach einer tol­len Woche mit unzäh­li­gen Seil­län­gen und Höhen­me­tern in den Kno­chen schla­fen unse­re Kin­der und Jugend­li­chen tief und fest, als sich die Lei­ter ein letz­tes Mal auf zu den Fel­sen machen. Der sport­li­che Klet­ter­gar­ten am Wand­fuss des Wiwan­ni­horns mit stei­lem Fels und bes­ter Absi­che­rung will auch noch erkun­det wer­den. Dafür lohnt es sich sogar, bereits um 6 Uhr auf­zu­ste­hen und ohne Zmor­ge los­zu­zie­hen. Als wir um 10.30 Uhr zurück bei der Hüt­te sind, erwar­ten uns die JO-ler und KiBe-ler schon freu­dig, denn jeder freut sich auch, wie­der heim­zu­keh­ren. Der Schlaf­saal wur­de von den Kin­dern bereits auf­ge­räumt und gewischt, nun fehlt nur noch das Foto mit der Hüt­ten­crew, die uns die gan­ze Woche ver­wöhnt hat. In zügi­gem Tem­po stei­gen wir ab zu unse­ren Bus­sen, die im Fux­tritt die gan­ze Woche war­te­ten. Die Heim­fahrt ver­läuft ruhig, schla­fen doch die meis­ten Kin­der noch­mals oder träu­men von ver­gan­ge­nen Klet­ter-High­lights. Ein kur­zer Kaf­fee-Gla­cé-Halt in der Regi­on Bern bringt etwas Abwechs­lung auf der Heim­rei­se bevor wir um ca. 17 Uhr glück­lich nach Hau­se kom­men. Wie­der ein­mal konn­ten die JO-ler und KiBe-ler einen Fle­cken Schweiz ent­de­cken, wo nur Berg­stei­ger hin­kom­men. Mir hat es sehr gut gefal­len!