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Wanderung Niederurnen - Innerthal (Wägitaler See)
29. September 2002

(Aufstieg ca. 1100 Hm, ca. 3 Std., Abstieg ca. 600 Hm, ca. 3 Std.)

Teilnehmer: Hanspeter Scheerer (Tourenleiter), Anneliese Rossfeld, Therese und Sepp Ammann-Inauen, Brigitte und Peter Grau-Wick

Bahnhof Uzwil; ein nebliger Morgen begrüsst uns. Es ist 6.45 Uhr und wir treffen uns alle im Zug nach Wil. Hanspeter ist etwas unruhig, verständlich, hat er doch erst gestern sein Portemonnaie bei einer Wanderung im Alpstein verloren. Wir fahren über Wil und Wattwil Richtung Uznach. Da, am Ende des Rickentunnels erwartet uns ein klarer, wolkenfreier und sonniger Tag. Mit freudiger Erwartung geht die Fahrt weiter von Uznach über Ziegelbrücke nach Niederurnen.
In Niederurnen steigen wir aus. Von hier aus geht die Wanderung los. Niederurnen liegt auf 430 m.ü.M. Im Schatten der Berge ist es noch kühl, wir laufen entlang der Eternitfabrik und kommen über Oberurnen bald an den Fuss des "Bergli". Jetzt beginnt der steile Anstieg auf der Bergstrasse zuerst Richtung Westen bis zu einer schönen Villa auf einer Anhöhe. Wer einen Blick zurückwirft, sieht den blauen Walensee und links die schneebedeckten Bergspitzen des Federispitz (1865 m) und des Mattstock (1906 m). Rechts vom See steht steil und stolz die Bergwand ob Mollis mit dem Nüenchamm (1903 m), dem Fronalpstock (2124 m) und ganz rechts mit dem Schilt (2299 m). Wir ziehen weiter, die ersten Schweisstropfen zwingen uns zur Tenueerleichterung. Jetzt geht es auf dem Bergweg Richtung Süden durch einen Wald bis auf die Sunnealp (1400 m). Eine herrliche Aussicht empfängt uns. Vor uns liegt mit mächtiger Postur der Rautispitz (2283 m), rechts hinten auf der anderen Seite des Oberseetales der Mutteristock (2292), rechts der Zindlenspitz (2097) und als Abschluss der Brünnelistock (2075 m) und der Bärensolspitz (1831 m). Es ist ein eindrückliches Panorama. Auf der Hinter-Sunnealp gibt es nach zwei Stunden einen ersten Halt.
Das nächste Ziel ist der höchste Punkt unserer Tour, die Mittlere Lochegg mit 1535 m.ü.M. Der Weg dorthin geht mehrheitlich durch einen bewaldeten Südhang, das letzte Wegstück führt uns nordwärts zum Höhenziel. Hier liegt noch etwas Schnee, die Wege beginnen feucht und matschig zu werden. Wir ziehen zügig weiter und erreichen über die Obere Lochegg die Winteregg und die Alp Stattboden. Rechts von uns stehen begehrte Kletterwände, die Wageten (1707 m), der Brüggler (1776 m) und der Chlöpfenberg (1879 m) macht den Abschluss. Von der Alp Stattboden an verliert sich der Weg, überall sind Rinderspuren und der schneebedeckte Südhang wird vom fliessenden Schmelzwasser beherscht. Überall gluckst und gurgelt es. Eigentlich eine lustige Angelegenheit bei diesem schönen Sonnenschein. Aber jeder Schritt wird zu einem nassen matschigen Schritt. Vor uns liegt ein Tobel, welches wir rechts umgehen. Wir kämpfen uns durch dieses mattschige Gelände und erreichen die Scheidegg (1431 m), die Kantonsgrenze Glarus - Schwyz. Jetzt sieht es wieder nach Weg aus, immer noch matschig aber begehbar. Es ist schattig geworden und kühler, links liegt der Tierberg (1989 m). Die Sonne steht dahinter. Der Weg ist jetzt zum Teil gefroren. Unsere Konzentration gilt ganz dem Weg, möglichst nicht einsinken ist die Devise. Erste Müdigkeiten sind auszumachen, ein Mittagsrast wäre willkommen. Hanspeter zeigt auf den Hügelkamm im Westen, dort vorne in der Sonne können wir rasten. Weiter geht's, Halt; links von uns erhebt sich eine stolze und fast senkrechte Felswand, schattig und kühl steht sie da. Es ist der Bockmattli (1840 m), vor Allem im Sommer ein herausfordernder Kletterberg (siehe "Die Alpen" 9.2002 S. 22 bis).
Uns zieht es zur Sonne. Um ca. 13.20 Uhr erreichen wir die Alp Schwarzenegg (1324 m). Auf der Alp herrscht reger Betrieb, es ist Alp-Metzgete. Wir geniessen unseren Mittagslunch und halten unsere Rücken in die Sonne. Von der Alp Schwarzenegg aus ist das Wäggital mit dem See herrlich zu überblicken. Ein grosser Bergkessel führt dem See mit vielen Bächlein, das klare Wasser zu. Die Berge sind imposant und machen gute Werbung für ein Kalenderbild. Die Bergspitzen sind weiss und herausgeputzt für den Sonntag, links der Schiberg (2043 m) und der Zindlenspitz (2097 m). Links hinten der Mutteristock (2294 m) und der Ochsenkopf (2179). Auf der anderen Seite des Wäggitales der Fläschenspitz (2072 m), der Gautspitz (1970 m) und der Turner (2068). Dann folgt ein Hochtal und diesem folgen der Chli Aubrig (1642 m) und der Gross Aubrig (1563 m).
Es ist Zeit für den Abstieg nach Innerthal. Der Sumpfweg ist bald vergessen, die sonnengewärmte Naturstrasse erfreut unsere Wanderherzen und nach einer dreiviertel Stunde erreichen wir Innerthal am Wäggitaler See. Es ist herrlich warm und sonnig. Eine schöne Wanderung liegt hinter uns. Auf der Terasse des Seerestaurants geniessen wir die feinen Getränke, in unserer fröhlichen Runde.
Das Postauto fährt um 16.05 Uhr nach Siebnen, von wo wir über Pfäffikon, Rapperswil, Wattwil und Wil um 18.15 Uhr in Uzwil ankommen.
"Die Tour ist zu Ende, der Abend bricht an. Es leuchten die Augen, es ist wohl getan. Die Sonne erhellt uns, gibt Kraft zur guten Tat. Die Natur befreit uns, "sei Mensch" ist Ihr guter Rat."

Unsere gemeinsame Begeisterung für Griechenland, setzen wir um bei einem feinen Nachtessen mit griechischen Spezialitäten, im Restaurant "Syrtaki" in Flawil.

Herzlichen Dank dem Tourenleiter Hanspeter Scheerer und den lieben Kameradinnen und Kameraden.

Peter Grau-Wick, Flawil