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Skitourenwoche SAC Uzwil 2003 im Val Furva/Italien
Sonntag 30. 03.2003 - Samstag 05.04.2003

Das Val Furva (gehört zur Lombardei) liegt in der südlichen Ortlergruppe im Nationalpark des Stilfserjoches. Die Anreise erfolgt entweder via Julier- und Berninapass durch das Puschlav nach Tirano, weiter Richtung Bormio oder via Davos (Autoverlad Vereina)- Zernez - Livigno - Bormio. In Bormio zweigt das Val Furva in südöstlicher Richtung ab. Weiterreise via Santa Caterina Val Furva bis zum Parkplatz beim Rifugio Albergo Ghiacciaio dei Forni (Ende der öffentlichen Fahrstrasse). Von hier erfolgt der Aufstieg (300 hm, ca 1-1.5 Std.) zur Brancahütte (2493 m), Besitzer: CAI Sektion Milano, Ausgangspunkt für unsere Touren rund um den Gletscherkessel des Ghiacciaio dei Forni (Forni Gletscher). Die Tourenziele liegen meist über 3500m, mit herrlichen langen Abfahrten, vorwiegend im Sektor Nord. Das Tourengebiet wird als grossartig eingestuft in der Führerliteratur.

Adresse der Unterkunft:
Rifugio Cesare Branca (CAI)
I 23030 Val Furva
Tel 0039 0342 935 501 oder falls Hütte nicht offen : 0039 0342 935 350 (Hüttenwart : Alberti Eugenio)

Anzahl Teilnehmer: 11(10 ab Dienstag)

Montag, 31. März 2003
Bericht: Carlo Dal Zotto
Tourenziel: Monte Pasquale 3553m /Monte Cevedale 3769 m

Für heute ist früh Tagwache angesagt, steht doch der Monte Cevedale - unsere Königsetappe - bereits am ersten Tag der Tourenwoche auf dem Programm. Nach einem ergiebigen Morgenessen besammeln wir uns vor der Hütte.
Nach der Kontrolle der LVS und dem obligaten Startfoto geht es endlich los. Das Thermometer an meinem Höhenmesser zeigt -4° C auf 2493m an. Gemächlich bewegt sich die elfköpfige Truppe von der Hütte Nordwärts, in Richtung Val di Rosole. Das Tal ist umringt von mehreren 3000ern. Nach einer Stunde gibt's den ersten halt. Die Sonne scheint noch nicht ins Tal hinein. Über den Gipfeln sind vereinzelnd Nebelschwaden zu sehen.
Weiter geht's durch den sanft ansteigenden Talboden zur Vedretta del Rosole, weiter über den Gletscher bis auf eine Höhe von 3100m wo wir eine zweite längere Pause einlegen. Nach einem Schluck Tee und einem währschaften Znüni geht es weiter über einen steilen anstieg zur Einsattelung auf 3423m zwischen Monte Pasquale und Monte Cevedale.
Das Tourenleiter-Team entscheidet für den Monte Pasquale 3553m, der immer wiederkehrender Nebel machte uns einen strich durch die Rechnung.
Nach einem kurzen sanften Aufstieg erreichen wir den Gipfel des Monte PASQUALE 3553m
Auf dem Gipfel angekommen bläst uns ein starker Wind um die Ohren. Eine nicht ganz Nebelfreie Aussicht belohnt uns für all unsere Bemühungen. Nach der Beglückwünschung machen wir uns ein paar Meter unter dem Gipfel, im Windschatten für die Abfahrt bereit.
An einem sonnigen schönen Aussichtspunkt, des Wetter ist wieder auf dem weg der Besserung, oberhalb des Veldretta del Rosole legen wir eine halbstündige Mittagspause ein, bevor wir den Rest der Abfahrt unter die Ski'er nahmen. Um gut 15.00 Uhr erreichen wir ohne Unfall wieder die Branca Hütte.
Bei einem Glas Weizenbier geniessen wir bei herrlichem Sonnenschein den Rest des Nachmittags.
Den schönen Tourentag beschliessen wir mit einem guten Gas Wein und einem Viergang Menü.

Ich möchte es nicht unterlassen, im Namen der Teilnehmerin und Teilnehmer, dem Tourenleiter-Team und allen voran Markus Hugentobler für die gut organisierte Tour, wie auch für die ganze schöne Tourenwoche recht herzlich zu danken.

Ich war das erste Mal dabei, und muss sagen BRAVO.

Dienstag den 02.04.2003
Bericht: Johann Niessner
Tourenziel: Palon de la Mare 3703m

Bereits morgens um 6.00 wird mir leise in Ohr geflüstert "Sir John" sei so freundlich und steh auf, es dämmert schon. Mit steifen Knochen richtet man sich langsam auf damit man sich nicht noch den Kopf an der Decke anschlägt. Gleichzeitig gleitet der Blick durch das offene Fenster hinauf zum Himmel. Erfreulich kündigt sich ein wolkenloser Tag an. Die Bewegungen werden schneller und schwups sitzt man an der hohen Kante des Doppelstockbettes und gleitet hinab auf den Boden. Man sucht im halbdunkeln nach Seife und Handtuch und ist mit ein paar Schritten bereits im Waschraum und dahinter die Toilette. Das übliche Reinigungsritual, den Kopf unter das kalte Wasser und der letzte Nebel vom abendlichen Rotwein ist verpufft.
Pünktlich um 6.45 ist die ganze Mannschaft im Essraum versammelt und frühstückt bei Kaffee, Brot, Wurst, Käse und weitere Zutaten in aller Ruhe. Noch kurz einige erklärende Worte vom OTL und niemand muss hetzen und kann in Ruhe das Frühstück geniessen.
Üblicherweise wird der Tagesrucksack hergerichtet und die Fälle werden auf die Ski montiert. Pünktlich steht das Team um 7.30 vor der Hütte zum Abmarsch bereit. Nun heisst es sofort die Harscheisen anlegen und danach folgt noch der Berryvoxtest, dann der Abmarsch. Auch unser Senior Om Benny ist einigermassen pünktlich und schon knirscht der Schnee unter unseren Skiern, denn es war noch empfindlich kalt.
Kaum sind wir 30m um einen Ecke gelaufen, heisst es die Ski abschnallen und über eine kleine Brücke über einen Bergbach mit einem ausgesprochen schmalen, gefrorenen Trampelpfad auf die andere Seite. Zirka zehn Meter senkrecht unterhalb erblickt man einen kleinen blau schimmernden Teich, der keineswegs zum Baden einlud. Hier staute sich unser Team auf, bis alle den richtigen Standplatz fanden, um die Ski wieder an zu schnallen. Dann ging es sehr lange, leicht aufsteigend am steil abfallenden Berghang immer höher und zirka nach einer Stunde an einer flachen Stelle, legten wir unsere erste Trinkpause ein.
Ein schneller Blick nach oben kündigte eine weitere steile, enge Passage, eingeklemmt zwischen den Felsen an. Jetzt hiess es Spitzkehren mit geübtem Elan auszuführen, damit der Nachfolgende nicht immer aufläuft. Der Pulsschlag erhöhte sich und nach einer weiteren Stunde auf zirka 3100 m Höhe auf dem Gletscher hiess es wieder Stopp für die nächste, aber etwas längere Pause. Danach ging es relative leicht aufsteigend auf dem Gletscher entlang, bis zur nächsten Steilstufe. Diese war zirka 100 Meter hoch und wir befanden uns bereits auf 3400m und konnten unser Ziel in voller Pracht, mit steil abfallenden Flanken einsehen. Wiederum erfolgte ein flacheres Stück auf dem Geltscher.
Diese Spur zog in einem weiten Bogen zum Gipfelgrad, der mit Felsen durchzogen sich steil aufbäumte. Nun hiess es wieder die Harscheisen anlegen und mit etlichen Spitzkehren nehmend, teilweise tiefe Abgründe einblickend, erreichten alle den flachen Gipfelgrad. Dieser führte hinüber zum Gipfel mit genügend Platz für alle und einer phantastischen Rundsicht. Es wehte eine leichte, kalte Brise und wir weilten nur kurzeitig auf dem eigentlichen Gipfel und suchten uns einen geschützten Platz, auf dem Grad, so gegen 12.00 Uhr.
Wir assen alle kräftig zu Mittag und nach ausgiebigen Diskussionen über die nächsten Tourenmöglichkeiten, betrachtend von der Vogelperspektive, wurde das Kommando zum Aufbruch gegeben. Unsere OTL fuhr langsam voraus, um die heikle Passage am Gipfegrad sicher ab zu fahren. Dann folgten über 1100 Höhenmeter traumhafte Skifahrerverhältnisse. Aber darüber sei wenig zu berichten.

Epilog eines Tourenskifahrers:
Der Schnee ist locker und glitzert im Sonnenlicht
Der OTL der saust voraus mit tollen Girlanden im pulvrigen Schnee
Oh Schreck der Hugi ist weg
Nach einer Weile erscheint er wieder im Weisgefieder.
Danny Andrea stürzt hinterher das nur die Fetzen fliegen umher,
diese super Bögen da tut's mir vor Freud den blauen Himmel verschönen
Doch am steilen Bergesschrund da sind die Kurven nicht mehr so rund.
Om Benni tut nie verzagen, dass muss ich hier ausdrücklich sagen.
Steigt hinauf auf Bergeshöh, doch heute sind die Beine etwas schwer,
vor lauter Stille vernimmt er das grandiose Panorama nicht mehr.
Doch niemand kann verstehen, dass Benni hat sich versehn,
denn unter seinen Füssen bleiern, hängen falsche Lattenpaare
alles war gleich, man hätte im Dunkeln sicherlich nicht noch die
falsche Zahnbürste zwischen den Fingern und Zähne genommen,
Ich nehme an, der Om hat sich besonnen und danach gleich zwei Biere einvernommen.
Der OTL mit seinem Charme hat uns die Woche gehalten in seinem Bann, er hat studiert, informiert und andere befragt auch seine Assistenten waren bedacht,
er hat uns geführt mit sicherer Hand dass niemand verunfallt drum sei ihm gedankt

Mittwoch, 2.April 2003
Bericht: Andrea Bachmann
Tourenziel: Schlechtwettertag / Hüttentag

Da ab 06.00 Uhr leichter Schneefall mit starken Winden einsetzte und der Himmel verhangen war (starker Nebel), blieben wir einen Tag in der Hütte. So hatten wir endlich Zeit und Musse uns gegenseitig unsere bisher erlebten Taten zu erzählen...

Donnerstag, 3. April.2003
Bericht: Max Kolb

Nach dem Ruhetag wurden wir auch nicht all zu früh aus den Federn gejagt! 7.00 Uhr zeigt die Uhr und der Abmarsch sei 8.30, also Zeit genug für die Körperpflege, Essen, Felle aufkleben usw. Das Wetter war nebelig und leichter Schneefall herrschte. Unser Ziel der Monte Pasquale. So ging es also zeitig in zwei Gruppen Bergan bis auf 3100m am Fusse des Steilhanges. Zeit um zu rasten. Nach der Stärkung wurde beraten, der Entscheid war schnell gefasst. Felle ab, denn der Nebel war zu dicht. Ja da war es einmal schön als Schlittenträger zu amten und sich über die Purzelbäume zu amüsieren, wie Stürze oder sonstige Showeinlagen. Nach kurzer Abfahrt lichtete sich der Nebel etwas auf und ohne grosse Worte zu verlieren wurden die Felle wieder aufgeklebt und hinauf ging es vom südlichen Teil des Pasqualegrades bis zu einem Steinmännchen auf 3300m.
Die Abfahrt war auch kein Problem mehr. War die Sicht doch fast komfortabel geworden. So kehrten wir doch glücklich und voller neuer Eindrücke um 14.30 zurück. Danach genossen wir einen Apero und später das gute Nachtessen in geselliger Runde.

Freitag, 4. April 2003
Bericht: Renato Bürgler
Tourenziel: Palon del Mare 3703 m (Plan: Monte Vioz 3645 m)

Geplant war die Besteigung vom Monte Viòz, 3645 m, doch starker Schneefall und Nebel verzögerten die Tour. Um 8.45 Uhr versprachen Aufhellungen eine Wetterbesserung, so dass wir doch Richtung Viòz aufbrechen konnten. Die heikle, schneegeladene, Querung (empfehlenswert Steigeisen!) anfangs Gletscher zwang uns zum Umdisponieren. Der OTL beschloss, nochmals den Palon de la Mare zu besteigen. In 25 cm tiefem Pulverschnee erreichten wir um 13.15 Uhr den 3703 m hohen Gipfel. Die Abfahrt auf dem Normalweg war wechselhaft, anfänglich traumhafter Pulverschnee, schliesslich wurde er schwerer aber noch gut fahrbar.
Herzlichen Dank für die schöne Tour!

Samstag, 5. April 2003
Bericht: Marcel Allenspach
Tourenziel: Punta San Matteo 3678 m

Tagwache heute bereits um 5.45 Uhr, da Tour auf die Punta San Matteo und die Heimreise angegangen werden. Von Andrea und Carlo verabschieden wir uns, die bereits am Morgen heimreisen. Weil uns die Route beim Rückweg nicht mehr an der Hütte vorbei führen wird, richten wir ca. 100 m unterhalb ein Gepäckdepot ein. Hier marschieren wir um 7.30 Uhr los. Nach wenigen Metern muss Hans die Ersatzfelle beanspruchen. Es ist kälter geworden und auf den umliegenden Gipfeln zeigen weitreichende, aufsteigende Schneefahnen, dass dort starke Winde herrschen. Ein prachtvolles Schauspiel am wolkenlosen Himmel.
In südlicher Richtung, ziehen wir unsere Spur in den Fornikessel. Ein grossartiger Gletscheranstieg, vorbei an mächtigen, türkisfarbenen Eisabbrüchen, beeindruckt uns alle. Wir befinden uns auf rund 3200 müM. Oberhalb dieser Abbrüche muss ein steiler Hang traversiert werden. Der starke Nordföhn bläst den Berg hinauf und wird beim Erreichen des Überganges orkanartig. Mit wohl zeitweise 100 kmh treibt uns der mächtige Wind und der aufgewirbelte, peitschende Schnee dem Gipfel entgegen. Diesen erreichen wir um 12.15 Uhr. Zum Gipfelfoto stellt der Wind ab, bläst aber unverhofft und umso kräftiger ein Paar Skistöcke den steilen Nordhang hinunter. Gesichert am Seil löst Markus das Problem. Nach dem "Mittagessen" um 13.15 Uhr vertreibt uns erneut der wieder einsetzende, stürmische Wind. Diesem entgegen, fahren und stemmen wir uns wieder zurück zum Übergang. Etwas unterhalb lässt die Kraft des Windes nach. Im anfänglich leicht gepressten, tiefen Pulverschnee beginnt nun eine herrliche Abfahrt. Dort wo der Wind die Aufstiegsspur zugeweht hat, müssen wir kurz den richtigen Weg suchen. Die Verhältnisse werden immer besser. Nach jeder Fahrt blicken wir zurück auf unsere gelungenen Spuren und weiter geht's mit Schwung in den nächsten pulvrigen Hang. Unser Gepäckdepot erreichen wir um 14.30 Uhr und fahren schwer beladen gleich weiter zum Parkplatz bei der Forni-Hütte. Nachdem alles im Bus verladen ist, machen wir uns müde aber sehr zufrieden auf den Heimweg. Ein gediegenes Abendessen in Zernez lässt einen wunderschönen, anspruchsvollen Tag und eine wiederum tadellos geplante und geführte Tourenwoche ausklingen. Ankunft in Flawil/Uzwil ca. 22.30 Uhr.

Unserem Obertourenleiter Markus und seinen Helfern ein herzliches Dankeschön im Namen aller TeilnehmerInnen. Ein Dank auch an alle für die gute Stimmung und Kameradschaft während der ganzen Woche.