Leiter : Renato Bürgler, neuer
Titel: TOTL (Tessiner Obertourenleiter)
Teilnehmer: 6 Personen
Wetter: sonnig, bewölkt, angenehme Temperaturen
Abfahrt ab Uzwil 8.30 am Freitag
Sehr gut markierter, gesicherter Wanderweg/ Bergpfad
Luftlinie: zirka 23.5km
Totale Wanderzeit: zirka 20.5h
Gelände: normales alpines Gelände bis sehr steil, Umgehung von Schluchten,
immer grosser Tiefenblick/ gute Fernsicht, Übergänge/ Gradausläufer
mit faszinierenden Aussichten,
viele Gras bewachsene Steilhänge, viel Wild, wenig Menschen, Alpweiden
nur für Schafe und Ziegen, wenig erschlossen.
Freitag:
Ankunft in St.Bernadino um zirka 11.00, Höhe 1608m, transfer eines Autos
nach Grono 333m, Rest wartet bei Kaffee und Gipferli auf die Rückkehr der
Fahrer, Nachbestellung der Getränke, Abmarsch gegen 12.30 am Stausee Lago
de Isola in Richtung zum Pass di Passit, Aufstieg durch herrlichen Föhrenwald,
Nahe der Baumgrenze wurde Mittagsrast eingelegt, weiter Aufstieg über die
Alp d' Ocola zur Unterkunft, Biwakschachtel mit zwei Gebäudeteilen, Kochen/
Schlafen, "Cima de la Bedoleta auf zirka 2400m, Ankunft gegen 16.30
Gemütliches beisammen sein bei Tee und Erdnüssen, nun geschlossene
Wolkendecke, Vorbereitung zum Abendessen und kochen eines herrlichen Nudelgerichtes
durch TOTL und seine charmante Frau, dazu Rotwein hochgeschleppt vom Spender,
Nachspeise, Kaffee und Gurzli. Geschirr waschen im Freiem bei leichten Regen.
Verlassen des Küchenbiwak und Freigabe durch zur Benutzung für drei
weitere Gäste. Danach gemütliches beisammen sein aller Gäste.
Bezug der Schlafunterkunft gegen 21.30.
Samstag:
Tagwacht bereits gegen 5.45, Aufräumen, Frühstück, waschen und
Donnerbalken mit bester Sicht in das Tal und umliegende Berge, dabei immer an
der frischen Luft. Abmarsch gegen 7.30 zum Übergang Bedoleta zirka 2500m.
Am Übergang super Sicht zur Alp Drescolmen mit Herzsee 2025m. Abstieg im
teilweisen steilem Gelände. Kurzer 100m Aufstieg zum nächsten Gradausläufer
und Znüni. Kurze, erste Begegnung von Murmeltier und Gemsen konnte genossen
werden. Weiter mit wenig Gefälle, dann Abstieg/ Aufstieg zur Cime de Gagela
4211m gegen 12.30. Mittagsrast, einsetzender Regen und dadurch Rückzug
in die Biwakschachtel. Später weitermarsch zum nächsten Übergang
auf 2411. Wieder grandiose Fernsicht und Talblick, dann weiter zu btta de Calveresc
2200m mit See. Zwei der Teilnehmer nehmen im kalten Seewasser ein Bad. Weitermarsch
vorbei an einer Ziegenfarm zur Hütte de Buffalora 2030m, schöne, relative
kleine Hütte aus Holz. Unser TOTL war ganz begeistert von den grazilen
Ziegen und wäre am liebsten gleich hier geblieben. Ankunft auf der Hütte
gegen 17.00 bei sonnigen Wetter. Begrüssung durch die Hüttenwartin
Roselyn durch kalten Tee, gemütliches beisammen sein bei Bier, Brot, Käse
und Schinken. Bescheidenes Abendessen wegen nicht vorhanden sein eines Kühlschrankes
und rege Unterhaltung mit der Hüttenwartin. Nachtruhe gegen 21.30 und separater
Raum für die SAC'ler.
Sonntag:
Tagwacht bereits um 6.00. Normales Hüttenfrühstück mit Brot,
Marmelade, Käse, Butter, Müsli und Kaffee. Abmarsch gegen 7.15 auf
den Pass de Buffalora 2260. Weiterer Aufstieg auf zirka 2400m zum nächsten
Grad. Danach sehr steiler Abstieg von zirka 200 Höhenmetern und Umgehung
einer weiteren Schlucht des R. de la Ravisc. Znüni in einer zerfallenen
Steinhüttenareal. Erreichung der Baumgrenze und sichten von vielen gold,
gelben Lerchenröhrlingen, was das Herz einiger Teilnehmer erheblich höher
schlugen lies. Das Thema Pilze wurde während des Laufens ausgiebig besprochen.
Weiter bis zur Alp Stabgel 1789m und dort Mittagsrast bei angenehmen Temperaturen.
Wieder Aufstieg zur Umgehung der Schlucht im Val de Auriglia auf zirka 2080m.
Weitermarsch durch Föhrenwald bis zur Waldwiese Pian de Renten 1950m mit
guter Sicht in das Tal Mesolcina. Dann durchwegs steiler Abstieg nach St. Maria
995m, Abfahrt mit Postauto nach Grono 333m. Gemütliches besammen sein im
Restaurante bei Bier oder Kaffee. Kurzer Besuch, mit ausgesprochen herzlicher
Begrüssung beim TOTL's Tante in Grono und Bewirtung mit Kuchen und Kaffee,
sogar eine jungfrauliche Flasche Grapa wurde angeboten.
Abfahrt nach St. Bernadino zu sechst im Auto, OTL musste sich im Kofferraumteil
des Wagens flach legen, um den Verdacht der Pollizia zu vermeiden.
Zusammenfassung:
Eine ausgesprochen atemberaubende Tour mit vielen Überraschungen, spannenden
Übergängen, Seitentälern mit Seen, grandiosen Blicken in Weite,
Nähe und Tiefe und überraschender Nahsicht von alpinen Lebewesen,
wie: Steinbock, Gemse, Murmeltier, Schneehuhn, verschiedene Vogelarten, Fische,
Wiesel und auch Haustiere, bezaubernder Landschaft, wenig Menschen, kaum erschlossen
durch Strassen, keine Bergbahnen, einfach phantastisch.
Im Namen aller Teilnehmer bedanke ich mich bei Renato und seiner Frau für diese wohl einer der schönsten und abwechslungsreichsten Bergerlebnisse in den vergangen Jahren.
Johann Niessner, Uzwil den 03.09.2002