Die Wochenendwanderung nach Tourenprogramm von Bivio über den Stallerberg nach Juf und über den Septimerpass wieder nach Bivio zurück musste wegen noch erheblichem Altschnee auf August verschoben werden. Anneliese Rossfeld bemühte sich sehr, wenigstens für den Samstag eine Erstatztour durchzuführen. Die Wetterkarte zeigte in der ganzen Schweiz Regensymbole, aber in der Ostschweiz nur eine halbe Wolke und eine halbe Sonne. Wir waren alle überzeugt in Obersaxen die halbe Sonne zu erwischen. Um 7 Uhr starteten wir in Uzwil mit einem kleinen, sehr preiswerten Mietbus mit 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Richtung Bündnerland. Das Rheintal lag tatsächlich in der Sonne, aber weiter oben in den Bergen hingen doch erhebliche Nebelfetzen.
Via Flims-Ilanz erreichten wir um 9 Uhr Miraniga auf 1430 M.ü.M., unseren Ausgangspunkt zur Wanderung. Es war schwül warm und nach 45 Minuten auf Untermatt 1600 M.ü.M. fing es dann an zu tröpfeln. Regenschirme und Wetterschutz wurden aus dem Rucksack geholt und weiter ging es bergwärts bis Unterhitzegga 1835 M.ü.M.. An einer geschlossenen Hütte wurde ein kurzer Rast eingelegt. 10:45 wanderten wir weiter, nachdem ich kurz zuvor "Ende Regen" notiert hatte. Es ging jetzt hinauf zum Gipfel des Piz Mundaun 2060 M.ü.M., aber bald wurden wir erneut von Regen belästigt. Unbeirrt dessen erreichten wir die Terrasse der Skiliftbeiz, welche natürlich geschlossen war. Unter dem Dachvorsprung richteten wir uns zur Mittagsrast ein. Manchmal konnten wir auf der anderen Talseite Waltensburg, die Jörgenburg und Brigels erkennen. Bei einem Schneegipfel zwischen den Wolken rätselten wir ob das wohl der Bifertenstock sein könnte.
Bei leichtem Nebel und weniger Regen stiegen wir weiter über den Grat hinüber zum Hitzeggkopf auf 2100 M.ü.M.. Der Blick hinunter ins Lugnez auf die vielen verstreuten Alphüttli, alle mit Blechdach, war interessant. Die höheren Gipfel im Süden blieben aber meist in den Wolken. Trotz Regen erfreuten wir uns der schönen Alpenflora, welche mit silberglänzenden Wassertropfen einen besonderen Reiz hatte. Vom Hitzegga ging es um 13 Uhr weiter über den Gratverlauf auf und ab und dann über Staudenhänge zum Skiliftgipfel "Stein" 2172 M.ü.M.. Da der Regen wieder kräftiger wurde entschieden wir uns zum Abstieg. Zum Piz Sezner wäre es noch eine Stunde gewesen, und wie man sehen konnte, wäre der Weg auch noch über Schnee gegangen. Über teilweise weglose Flanken mit Alpenrosen stiegen wir abwärts nach Miraniga und kamen um 15:45 Uhr wieder zum Parkplatz. In Misanenga in einem heimeligen Restaurant löschten wir noch unseren Durst und dann steuerte René unser Fahrer wieder die Autobahn an. Kurz vor St. Gallen kamen wir in einen Stau wegen eines Unfalls im Tunnel, deshalb gab es eine Umleitung durch die Stadt und erreichten etwas verspätet um 19 Uhr wieder Uzwil. Alle waren mit der Tour sehr zufrieden. Vielen Dank für Annelieses Initiative und danke an Bernard, welcher einige Tage zuvor den Weg rekognoszierte. aber angeblich bei sonnigem Wetter.
Wolfgang Schöllhorn (9.6.2002)