Morgenestund hat Gold im Mund, 9 muntere Teilnehmer konnte Carlo am Bahnhof Uzwil begrüssen. Vor uns stand ein Personenbus den einige von uns skeptisch betrachteten. Sitzbänke anstelle von Einzelsitze, etwas ungewohnt, Erinnerungen an alte Militär-Zeiten werden wach. Doch es hiess einsteigen und die Fahrt ging zügig voran, sodass wir schon um 8:45 Uhr in Flüelen an der Seilbahnstation der Eggbergbahn eintrafen. Dort begrüssten wir noch den 11. Mann, so waren wir nun komplett.
Für die Statistik einige wichtige
Daten:
Tourenleiter: Carlo Dalzotto
Teilnehmer/innen: 11, davon 3 nicht männlich
Wetter: Sonnig, teilweise lockere Bewölkung, angenehme Temperatur.
Beim Hochfahren mit der Seilbahn
geniesst Mann und Frau eine herrliche Aussicht auf den Vierwaldstättersee
un die umliegenden Alpen. Eine einladende Gartenterrasse lud zur Einstimmung
der Tour zum Kaffehalt ein. Bald danach gings los.
Durch Blumenwiesen, Alpweiden, an grasenden Kühen vorbei immer höher
auf gutem Weg bis ein kleiner See, der Fleschsee nach gut einer Stunde zur ersten
kurzen Rast einlud.
Beim Aufstieg sah ich die Landschaft plötzlich ganz anders, da wurden Episoden
von Marokko, vom Atlasgebirge, vom Killimanscharo, von Kamelen und Eseln, von
Wüste und Sand erzählt, so dass meine Zunge am Gaumen klebte und ich
froh war nicht eine Fatamorgana vor mir zu haben als endlich das Fleschseeli
auftauchte.
Überhaupt wurde es Allen nie langweilig, fielen doch immer wieder Sprüche
die allen Teilnehmer das Lachen oder ein Schmunzeln entlockte. Für Insider,
was ist der Unterschied zwischen Hüenli und Bibel => Fragen Sie Carlo
oder Albin.
Doch der Aufstieg zu unserem Tagesziel dem Hagelstock, unserem Mittagsplatz,
wurde immer steiler und dadurch auch die Sprüche immer weniger. Nach 831
Meter Aufstieg hatten wir doch eine Rast verdient.
Wer kennt den Gipfel mit Namen Siwfass (Steht nicht im Atlasgebirge). Unser
Tourenleiter Carlo wird in sicher noch lange in Erinnerung haben. Anstatt auf
den Weg zu sehen, wie ein Tourenleiter es auch machen sollte, schaute er wahrscheinlich
nach Bibelis aus. Ein Stacheldraht stoppte sein Ausschauen apprupt => Fazit:
zerschrundenes Knie, Schranz in der Hose, Beule am Kopf, Mitleid der weiblichen
Teilnehmerinnen, Spott der Restlichen..............!
Trotzdem konnte die Wanderung weitergehen.
Über Alpweiden gings nun in nördlicher Richtung zum Spilauersee hinunter.
Ein gelber Fahnen mit einem Stierkopf darauf zeigte eine Alpwirtschaft an (Kanton
Uri). Währe eigentlich eine gute Gelegenheit den Durst zu löschen.
Aber es sollte nicht sein, der Hüttenhund wollte den Tourenleiter und seine
Gruppe partout nich an die einladenden Tische heranlassen. So liessen wir das
Ganze links liegen, aber nicht ohne dass Paul noch sein Allerwertestes in die
Plakken, unfreiwillig notabene, setzte. Seine Hosen blieben dabei ohne Schaden.
Da aller guter Dinge Drei sind, wollte auch Sepp ein Kniefall auf der Alpwiese
ausprobieren, seinen beiden Vorgänger konnte er aber das Wasser nicht reichen.
Ohne weitere Zwischenfälle erreichten
alle wohlbehalten die SAC-Lidernhütte auf 1727 M.ü.M. Zeit 14:45 Uhr
Hans wollte es noch wissen und er bestieg den Rossstock in Rekordzeit im Alleingang.
Das übliche wie Zimmerbezug, Umziehen, Socken und Leibchen an die frische
Luft hängen, das kennen ja alle.
Um nicht ganz untätig zu sein,
beschlossen, eine gemütliche Alpwirtschaft aufzusuchen, soll doch dort
ein guter Tropfen ausgeschenkt werden.
Schon bald wurde eine flatternde Fahne entdeckt, aber wo war die Bedienung?
Ein junger Bursche erbarmte sich unser, oder witterte er ein Geschäft?
Auf jeden Fall war unser Ausflug ein voller Erfolg und für Dani, dem Gastgeber,
eine willkommene Abwechslung.
Zurück zur SAC-Hütte, Nachtessen
und noch gemütliches Beisammensein bis zur Nachtruhe.
Ein ereignisreicher Tag geht zur Neige.
Tagwache um 6:00 Uhr, Blick aus dem
Fenster, wunderschöner Morgen. Zimmerordnung erstellen, Morgenesen, Rucksäcke
bereitstellen, das Übliche vor dem Abmarsch um 7:30 Uhr.
Unser Tagesziel ist der 2515 M.ü.M. hohe Chaiserstock. Massig steht er
am Horizont, der Weg ist aus der Distanz nicht einsehbar. Lassen wir uns überraschen,
das erhöht die Spannung. Herrliche Alpenflora links und rechts des Weges
begleiten uns, bis die ersten Schneeflecken überquert werden. Beim näherkommen
wird der Weg sichtbar, steil in einer Felsrinne bis zum Chaisertor 2360 M.ü.M.
geht's bergan, Hände aus dem Sack, Achtung auf Steinschlag ruft der Tourenleiter
uns zu.
Eine gute halbe Stunde geht's ausgesetzt
drahtseilgesichert dem steilen Felsgrat entlang, der Tiefblick ist allseitig
imposant. Auf einem breiten Schuttrücken erklimmen wir die letzten Meter
bis zum Gipfel des Chaiserstockes. Es ist 10:15 Uhr. Die Sicht ist anfänglich
noch eingeschränkt, doch der Umblick wird immer besser, wir geniessen eine
angehme Gipfelsrast.
So haben wir nun noch den stielen Abstieg vor uns, aber es geht besser als es
Einige von uns gedacht haben. Das Turnen an den Drahtseilen macht Spass und
die Zeit vergeht wie im Fluge. Wieder im Grünen stellen wir die Rucksäcke
ab und geniessen die verdiente Mittagsrast.
Beim Rückmarsch zur SAC-Lidernhütte machen wir unseren Tourenleiter
auf die Gefahr vom bösen Stacheldraht aufmerksam, damit das selbe Malheur
wie am Vortag nicht wieder geschieht.
Ohne besondere Vorkommnisse erreichen alle die SAC-Hütte. Noch schnell
etwas gegen den Durst, 3 Teilnehmer nehmen den Weg nach Chäppeliberg unter
die Füsse, die Restlichen nehmens gemütlicher und benutzen die Seilbahn
für die Rückkehr ins Tal. Das reservierte Postauto führt uns
direkt nach Flüelen zu unserem Fahrzeug.
So bleibt nur noch zu Berichten, dass nach einem Zwischenhalt zwecks Durstlöschen,
eine problemlose Rückfahrt nach Uzwil-Bahnhof welcher um 17:30 Uhr erreicht
wurde der gute Abschluss der Tour war.
Resüme: Carlo, für deine umsichtige Leitung im Namen Aller besten Dank, müsste ich dir eine Note geben, eine 6 wenn der Stacheldraht dir nicht einen Streich gespielt hätte.
Allen Teilnehmer recht herzlichen Dank, ich freue mich aufs nächste Mal!
HU. Schweiss