Montag, 05. August
Treffpunkt: Bahnhof Uzwil, morgens um 07.30 Uhr. Mit zwei Kleinbussen sind wir in Richtung Gotthard
gefahren. Bei Erstfeld mussten wir den ersten Ferienstau über uns ergehen lassen, dieser liess aber die
gute Stimmung nicht abbrechen. Bei schönstem Wetter ging die Fahrt schliesslich weiter via Andermatt auf
den Furkapass, wo wir die komfortable Militärunterkunft mit 4-Bettzimmer beziehen konnten.
Nachdem wir den mitgebrachten Lunch verzehrt hatten, waren alle gierig aufs Klettern. Die Kletterfelsen
am Sidelenbach waren für den Einstieg gerade richtig. An verschiedenen kleineren Routen konnten wir uns
üben. Der Nachmittag war schnell vorbei und wir mussten uns bereits wieder auf den Heimweg machen. Beim
überqueren eines reissenden Gletscherbaches zogen einige einen Schuh voll Wasser heraus.
In der Zwischenzeit hat die Küchenmannschaft bestehend aus Bernadette und Cornelia ihr Reich für die
kommenden sechs Tage in Beschlag genommen und bereits einen köstlichen Znacht zubereitet. Mit feinen
Spaghetti liessen wir uns verwöhnen.
Nach dem Znacht wurden die "ämtli" verteilt.
Pascal und Sepp
Dienstag, 06. August
Startbereit standen wir zur Wanderung draussen im inzwischen einsetzenden Regen und warteten auf die
"lahmen" Leiter. Weil der Regen immer stärker wurde, entschlossen wir uns erst einmal im
Trockenen unsere Seiltechnik zu üben. Im Holzschuppen konnten wir das Aufsteigen mit Prusikschlingen und
anderen Steiggeräten ausprobieren, während im grossen Essraum die Sicherungstechnik und die
Seilhandhabung geübt wurden. Zum Abschluss baute Röbi mit den mitgebrachten Statikseilen eine Seilbahn
von einer Baracke auf den Innenhof des Lagers.
Nach dem Mittagessen war das Wetter nicht viel besser, trotzdem wollten wir uns etwas die Füsse
vertreten und machten uns auf den Weg zum Rhonegletscher. Die Gipfel rings um den Gletscher waren alle
im Nebel verhüllt. Auf dem Rückweg kehrten wir im Hotel Belvedere ein und liessen uns anschliessend auf
die Passhöhe zurückfahren.
Die feinen Chässpätzli zum Znacht liessen den Frust wegen dem schlechten Wetter schnell vergessen.
Sandro, Stefan, Stefan, Röbi
Mittwoch, 07. August
Das nasskalte Wetter hielt an. Das Thermometer zeigte am frühen Morgen lediglich 5°Celsius. Wir
wunderten uns sehr, dass wir bereits um 06.00 Uhr geweckt wurden. Nach dem Morgenessen wurde das
Tagesprogramm durch unsere Leiter bekanntgegeben. Geplant war ein Abstecher ins Tessin, genauer gesagt
nach Avegno. Mitnehmen mussten wir die Kletterausrüstung und die Badekleider. Bei diesen
Wetteraussichten hier auf dem Furkapass konnten wir uns kaum vorstellen, dass jemand Lust zum Klettern
hat, ans Baden wollte man erst recht nicht glauben.
Folgsam wie wir sind haben wir alles eingepackt und schon ging es los in Richtung Süden. Der Tessin als
Sonnenstube bekannt, machte seinem Namen alle Ehre. In Avegno durften wir einen wunderschönen Sommertag
erleben. Nach ausgiebigen Kettereien an den Felsen von Torbeccio liess der Temperaturschock (5° C
Furkapass - 28° C Avegno) die junge Truppe schliesslich doch ermüden. Ein erfrischendes Bad in der
nahen Maggia machte alle wieder munter. Die lange Autofahrt wurde mit einem wunderschönen Sommertag
belohnt. Jeder kam beim Klettern und auch beim Geniessen an der Maggia voll auf seine Kosten. Dieser
Ausflug hat sich bestimmt gelohnt.
Larissa, Beat und Ariane
Donnerstag, 08. August
Um 07.15 Uhr war Tagwache. Doch das war später als geplant...... -verschlafen-! Nach einem super-feinen
Morgenessen fuhren wir Richtung Rhonegletscher und stolperten zum Einstieg. Auf den noch feuchten
Platten kraxelte eine Seilschaft nach der andern dem Gipfel des kleinen Furkahorns entgegen. Mit viel
"Ach und Krach" oder vielmehr Spass machten wir Mittagsrast, um neue Energie aufzutanken. Die
Aussicht auf die umliegenden Berge war "overschämt"! Während die vorderen Seilschaften zügig
vorankamen, sorgten die hinteren Seilschaften für Unterhaltung. Obwohl sich Gross und vor allem Klein
tapfer die Felswände hochkämpften, reichte die Zeit nicht mehr, um den letzten Gipfelaufschwung zu
$besteigen. Vorsichtig stiegen wir über das lose Geröll (sprich "Glötter") der Westflanke ab.
Nach einem anstrengenden Tag erreichten wir müde aber zufrieden den Ausgangspunkt unserer Tour.
In der Lagerunterkunft angekommen, konnten wir uns sofort an die gedeckten Tische setzen und unseren
Hunger mit köstlichen Hamburger stillen. Dann stürzten wir uns unter die Dusche und danach sofort ins
Bett.
Cecilia, Pirmin, Cornelia
Freitag, 09. August
Weil die Sonne wieder einmal vernebelt war, packten wir die Steigeisen und den Pickel und zogen leichten
Fusses zum Rhonegletscher.
Auf dem Gletscher übten wir die Handhabung des Pickels und das Gehen mit und ohne Steigeisen.
Verschiedene Sicherungsmöglichkeiten wurden gezeigt. An einer aus dem Eis geschlagenen Birne, welche
Niklaus aus dem Eis schlug, seilten sich die Mutigen ab. Wer es steiler mochte, band sich bei Pirmin in
das Seil und zog sich mit den Eisgeräten eine senkrechte Wand hinauf. Sogar unsere Köchin Cornelia
konnte der Versuchung nicht wiederstehen und zeigte viel Mut und Talent.
Auf dem Heimweg machten wir noch einen Abstecher in die für Touristen aus dem Gletscher gehauene
Eisgrotte.
Andy, Niklaus, Fabio, Kilian
Samstag, 10. August
über das Geschehen vom Samstag ist schnell berichtet. Die kalten Nordwestwinde pressten die Regenwolken
derart stark an den Alpenhauptkamm, dass die Schneefallgrenze bis gegen 2000 Meter sank. Die
Furkapasshöhe verwandelte sich in kurzer Zeit in eine Winterlandschaft. Nachdem wir unsere
Lagerunterkunft gereinigt hatten, machten wir uns mit der ganzen Schar vorsichtig auf in Richtung
Unterland. Geplant war auf der Heimreise noch der Bau einer spektakulären Seilbahn. Wegen der garstigen
Witterung und dem Dauerregen verzichteten wir schliesslich auf alle Aktivitäten.
Zum Schluss möchte ich allen Lagerteilnehmern, den Köchinnen und den Leitern für das Gelingen dieses Lagers herzlich danken. Trotz dem zum Teil schlechten Wetter haben wir ein interessantes Lager erleben dürfen.
Beat Kägi
KIBE-Chef