KiBe ...das Tagebuch

Bergsteiger-und Kletterlager Furkapass
05. bis 10. August 2002

Montag, 05. August
Treffpunkt: Bahnhof Uzwil, morgens um 07.30 Uhr. Mit zwei Kleinbussen sind wir in Richtung Gotthard gefahren. Bei Erstfeld mussten wir den ersten Ferienstau über uns ergehen lassen, dieser liess aber die gute Stimmung nicht abbrechen. Bei schönstem Wetter ging die Fahrt schliesslich weiter via Andermatt auf den Furkapass, wo wir die komfortable Militärunterkunft mit 4-Bettzimmer beziehen konnten.
Nachdem wir den mitgebrachten Lunch verzehrt hatten, waren alle gierig aufs Klettern. Die Kletterfelsen am Sidelenbach waren für den Einstieg gerade richtig. An verschiedenen kleineren Routen konnten wir uns üben. Der Nachmittag war schnell vorbei und wir mussten uns bereits wieder auf den Heimweg machen. Beim überqueren eines reissenden Gletscherbaches zogen einige einen Schuh voll Wasser heraus.
In der Zwischenzeit hat die Küchenmannschaft bestehend aus Bernadette und Cornelia ihr Reich für die kommenden sechs Tage in Beschlag genommen und bereits einen köstlichen Znacht zubereitet. Mit feinen Spaghetti liessen wir uns verwöhnen.
Nach dem Znacht wurden die "ämtli" verteilt.

Pascal und Sepp

Dienstag, 06. August
Startbereit standen wir zur Wanderung draussen im inzwischen einsetzenden Regen und warteten auf die "lahmen" Leiter. Weil der Regen immer stärker wurde, entschlossen wir uns erst einmal im Trockenen unsere Seiltechnik zu üben. Im Holzschuppen konnten wir das Aufsteigen mit Prusikschlingen und anderen Steiggeräten ausprobieren, während im grossen Essraum die Sicherungstechnik und die Seilhandhabung geübt wurden. Zum Abschluss baute Röbi mit den mitgebrachten Statikseilen eine Seilbahn von einer Baracke auf den Innenhof des Lagers.
Nach dem Mittagessen war das Wetter nicht viel besser, trotzdem wollten wir uns etwas die Füsse vertreten und machten uns auf den Weg zum Rhonegletscher. Die Gipfel rings um den Gletscher waren alle im Nebel verhüllt. Auf dem Rückweg kehrten wir im Hotel Belvedere ein und liessen uns anschliessend auf die Passhöhe zurückfahren.
Die feinen Chässpätzli zum Znacht liessen den Frust wegen dem schlechten Wetter schnell vergessen.

Sandro, Stefan, Stefan, Röbi

Mittwoch, 07. August
Das nasskalte Wetter hielt an. Das Thermometer zeigte am frühen Morgen lediglich 5°Celsius. Wir wunderten uns sehr, dass wir bereits um 06.00 Uhr geweckt wurden. Nach dem Morgenessen wurde das Tagesprogramm durch unsere Leiter bekanntgegeben. Geplant war ein Abstecher ins Tessin, genauer gesagt nach Avegno. Mitnehmen mussten wir die Kletterausrüstung und die Badekleider. Bei diesen Wetteraussichten hier auf dem Furkapass konnten wir uns kaum vorstellen, dass jemand Lust zum Klettern hat, ans Baden wollte man erst recht nicht glauben.
Folgsam wie wir sind haben wir alles eingepackt und schon ging es los in Richtung Süden. Der Tessin als Sonnenstube bekannt, machte seinem Namen alle Ehre. In Avegno durften wir einen wunderschönen Sommertag erleben. Nach ausgiebigen Kettereien an den Felsen von Torbeccio liess der Temperaturschock (5° C Furkapass - 28° C Avegno) die junge Truppe schliesslich doch ermüden. Ein erfrischendes Bad in der nahen Maggia machte alle wieder munter. Die lange Autofahrt wurde mit einem wunderschönen Sommertag belohnt. Jeder kam beim Klettern und auch beim Geniessen an der Maggia voll auf seine Kosten. Dieser Ausflug hat sich bestimmt gelohnt.

Larissa, Beat und Ariane

Donnerstag, 08. August
Um 07.15 Uhr war Tagwache. Doch das war später als geplant...... -verschlafen-! Nach einem super-feinen Morgenessen fuhren wir Richtung Rhonegletscher und stolperten zum Einstieg. Auf den noch feuchten Platten kraxelte eine Seilschaft nach der andern dem Gipfel des kleinen Furkahorns entgegen. Mit viel "Ach und Krach" oder vielmehr Spass machten wir Mittagsrast, um neue Energie aufzutanken. Die Aussicht auf die umliegenden Berge war "overschämt"! Während die vorderen Seilschaften zügig vorankamen, sorgten die hinteren Seilschaften für Unterhaltung. Obwohl sich Gross und vor allem Klein tapfer die Felswände hochkämpften, reichte die Zeit nicht mehr, um den letzten Gipfelaufschwung zu $besteigen. Vorsichtig stiegen wir über das lose Geröll (sprich "Glötter") der Westflanke ab. Nach einem anstrengenden Tag erreichten wir müde aber zufrieden den Ausgangspunkt unserer Tour.
In der Lagerunterkunft angekommen, konnten wir uns sofort an die gedeckten Tische setzen und unseren Hunger mit köstlichen Hamburger stillen. Dann stürzten wir uns unter die Dusche und danach sofort ins Bett.

Cecilia, Pirmin, Cornelia

Freitag, 09. August
Weil die Sonne wieder einmal vernebelt war, packten wir die Steigeisen und den Pickel und zogen leichten Fusses zum Rhonegletscher.
Auf dem Gletscher übten wir die Handhabung des Pickels und das Gehen mit und ohne Steigeisen. Verschiedene Sicherungsmöglichkeiten wurden gezeigt. An einer aus dem Eis geschlagenen Birne, welche Niklaus aus dem Eis schlug, seilten sich die Mutigen ab. Wer es steiler mochte, band sich bei Pirmin in das Seil und zog sich mit den Eisgeräten eine senkrechte Wand hinauf. Sogar unsere Köchin Cornelia konnte der Versuchung nicht wiederstehen und zeigte viel Mut und Talent.
Auf dem Heimweg machten wir noch einen Abstecher in die für Touristen aus dem Gletscher gehauene Eisgrotte.

Andy, Niklaus, Fabio, Kilian

Samstag, 10. August
über das Geschehen vom Samstag ist schnell berichtet. Die kalten Nordwestwinde pressten die Regenwolken derart stark an den Alpenhauptkamm, dass die Schneefallgrenze bis gegen 2000 Meter sank. Die Furkapasshöhe verwandelte sich in kurzer Zeit in eine Winterlandschaft. Nachdem wir unsere Lagerunterkunft gereinigt hatten, machten wir uns mit der ganzen Schar vorsichtig auf in Richtung Unterland. Geplant war auf der Heimreise noch der Bau einer spektakulären Seilbahn. Wegen der garstigen Witterung und dem Dauerregen verzichteten wir schliesslich auf alle Aktivitäten.

Zum Schluss möchte ich allen Lagerteilnehmern, den Köchinnen und den Leitern für das Gelingen dieses Lagers herzlich danken. Trotz dem zum Teil schlechten Wetter haben wir ein interessantes Lager erleben dürfen.

Beat Kägi
KIBE-Chef