JO ...das Tagebuch

Lage(r)bericht Herbstlager Paklenica ’05

Wir trafen uns am Freitagabend 01.10.05 am Herbstmarkt in Uzwil zum gemeinsamen Start in die Ferien. Um 22.00 Uhr ging es los, es lagen 14 gemütliche Stunden Busreise vor uns.

Nach einigen Zwischenhalten gut angekommen stellten wir unseren Anhänger mit dem ganzen Reisegepäck auf den Zeltplatz. Wir machten uns auf den Weg ins Kletterparadies welches wenige Meter vom Zeltplatz entfernt lag. Trotz der ermüdenden Reise der vergangenen Nacht kletterten wir bereits am Samstagnachmittag die ersten Routen in dieser sagenhaft schönen Schlucht. Schon am Abend mussten wir bekennen dass sich die 90 Kuna Eintritt (umgerechnet 20 SFr) für eine Woche gelohnt haben. Leider geschah schon am ersten Tag ein kleines Unglück, unser «Schoggi-Hans» ist beim Einstieg in eine Route gestürzt und hat sich den Fuss verletzt. Am Sonntag verweilte Hans bei den Zelten und wir kletterten unsere ersten Mehrseillängen-Routen an einem eindrücklichen Pfeiler, von dessen Spitze wir den ganzen Canyon überblicken konnten. Den Abend verbrachten wir friedlich zusammen mit Gitarre und Liederbüchlein. Für die nächsten Tage wurde Regen vorausgesagt und wir hofften, noch wenigstens einen regenfreien Klettertag. Düstere Wolken hingen über dem Frühstückstisch am Montag, dennoch kletterten wir einige Routen im Klettergarten. Leider mussten wir gegen Mittag die Kletteraktivität ins Überhängende verschieben (ganz nach dem JO-Grundsatz: «Je steiler desto geiler…»), da es zu regnen begonnen hatte. Wir beschlossen, dass wir am Dienstag bei Regen die Stadt Zadar «heimsuchen» würden…

Wie abgemacht, besichtigten wir Zadar: Eine Stadt, deren Bild, durch moderne Neubauten neben alten, mit Einschusslöchern übersäten Ruinen geprägt wird, mit einem Flughafen, der ein ehemaliger Nato-Stützpunkt war. Zum Abschluss des Stadtrundganges gingen wir in das grösste aufzufindende Kaufhaus. Vor dem Abendessen wanderten wir kurzerhand noch in den zweiten Canyon im Nationalpark. Wegen dem Regen am Mittwoch schliefen wir ein wenig länger als sonst. Wir spazierten zur nächsten Beiz im Dorf, wo wir uns einigten, die Heimfahrt dem Wetter vorzuziehen. Die Einen schlenderten noch einmal durch den Canyon und fanden noch ein-zwei trockene Routen, die Anderen verweilten auf dem Zeltplatz mit dem immer noch lädierten Hans und genehmigten sich ein kühles Bad im 18°C warmen Meer. Nach dem Abendessen ging es los auf weitere 14 Stunden Heimreise. Jedoch konnten wir wegen des Wetters nur gerade 80-90km/h fahren. Zu allem Übel hinzu wurden wir während einem Kurzaufenthalt auf einem Rastplatz in Italien noch ausgeraubt… Dies verschaffte uns die Ehre der Italienischen Polizei den Schlaf zu rauben. So wurden aus den erwarteten 14 Stunden noch längere 17.5 Stunden…

Mehr oder weniger unbeschadet erreichten wir um 11.20 Uhr den Bahnhof Uzwil am Donnerstag. Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass es trotz allem schöne und vor allem unvergessliche Ferien waren.

Philipp Hugentobler